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Cascata Caracol

Vegetation und Fauna

Der Regenwald in Amazonien bietet mit etwa 50.000 verschiedenen Arten die größte Pflanzenvielfalt der Welt. Nur etwa die Hälfte der Pflanzen hat einen Namen und ist klassifiziert. Einzelne Pflanzen jeder Spezies sind im ganzen Wald weit verbreitet, wodurch der Fortbestand bei schädlichen Einflüssen, Krankheiten und Seuchen gesichert wird. Findet man auf einem Morgen Wald im Nordosten der Vereinigten Staaten vielleicht ein Dutzend verschiedene Baumarten, so hat ein Morgen im Regenwald typischerweise nicht weniger als 300. Daher ist es schwierig und zeitaufwendig, die Waldprodukte wie Gummi, Paranüsse und Hartholz zu ernten. Die vielfältige Tierwelt am Amazonas und seinen Nebenflüssen ist ebenfalls einzigartig. Die meisten Tiere halten sich in den Baumwipfel etwa 45 m über dem Boden auf, wo es ausreichend Nahrung und Sonnenlicht gibt. Zu den dort lebenden Tieren gehören Baumfrösche und Salamander, Affen, Insektenschwärme und eine Vielzahl von Vögeln. Etwa 1.400 Vogelarten wurden bestimmt. Im Vergleich dazu gibt es im Staat New York nur 195 Arten und in der kanadischen Region Labrador nur 81. In Brasilien sind mehr Schmetterlingsarten heimisch als in jedem anderen Land der Welt. Viele davon leben im Amazonasbecken. Es gibt jedoch nur wenig größere Tiere im Wald. Diese Tiere leben meist am Flußufer. Dazu gehören die größten Nagetiere der Welt, die Capybaras, ebenso wie Alligatoren, Boas constrictor und Schildkröten. Die Schildkröten waren früher einmal sehr zahlreich, doch heute gehören sie zu den bedrohten Tierarten, weil sie ihre Eier in den Sand an den Flußufern legen, wo die Nester häufig geplündert werden. Da der Amazonas den Äquator kreuzt, liegen die Durchschnittstemperaturen das ganze Jahr um 27 °C. Selten erreichen sie tagsüber 40 °C oder fallen nachts unter 20 °C. Die Feuchtigkeit ist das ganze Jahr über hoch, und es regnet im Durchschnitt jeden zweiten Tag. Die heftigsten und am längsten andauernden Regenfälle gibt es von Dezember bis April, mit 20 bis 25 cm monatlich. Sie verringern sich in der kurzen Trockenzeit in Juli, August und September auf etwa 5 cm monatlich. Südlich des Amazonas-Tieflandes zeigt sich das Klima abwechslungsreicher. Die Unterschiede zwischen Regen- und Trockenzeit sind deutlicher, ebenso die zwischen Winter und Sommer. Diese Unterschiede zeigen sich vor allem im Landesinneren, besonders in den Hochländern, und sind an der Atlantikküste weniger kraß. Von den feuchten Passatwinden erwärmt, besitzen die Küstentiefländer ein Klima, das mit dem am Amazonas vergleichbar ist: die Regenfälle sind heftig und die Temperaturen liegen im Durchschnitt bei 26 °C. Im Juni, Juli und August kann jedoch kühle Luft von der Antarktis die Temperaturen sogar noch in Recife beeinflussen, auch wenn sie auf ihrem Weg über den Ozean angewärmt wurde. In Rio de Janeiro liegen die Temperaturen in diesen drei Monaten im Durchschnitt bei 21 °C, während in Pôrto Alegre die Temperaturen auf 14 °C fallen. Im Norden Brasiliens setzen sich Vegetation und Tierwelt Amazoniens an den Küsten fort. Zum Süden hin kommen viele Arten aufgrund der allmählich zunehmenden Kühle nicht mehr vor, doch dafür finden sich andere. Die Bäume erreichen nicht mehr die enormen Höhen wie in der Nähe des Äquators, und manche verlieren in den kühleren Monaten ihre Blätter. Heute bleiben nur noch wenige Flächen des natürlichen Lebensraums an der Küste erhalten, weil die Siedler und ihre Vorfahren auf der Suche nach Farmland und Holz jahrhundertelang zur Zerstörung dieser Gebiete beitrugen. Dasselbe Schicksal ereilte den tropischen Waldgürtel auf dem Plateau in São Paulo, im südlichen Minas Gerais, und in Nord- und Westparaná - wenn auch zu einem späteren Zeitpunkt. Diese Gegend stellte sich als ideal für Kaffeepflanzungen heraus. Das Plateau südlich des Waldgürtels ist das einzige Gebiet Brasiliens, in dem subtropisches Klima herrscht. Die Stadt Curitiba auf einer Höhe von 900 m hat eine durchschnittliche Februartemperatur von 21 °C. Dieser Monat ist der wärmste. Im kältesten, dem Juni, werden durchschnittliche 12 °C gemessen. Frost kommt mit einiger Regelmäßigkeit jeden Winter vor, und es schneit gelegentlich leicht. Viele Anbaufrüchte der gemäßigten Zone, die in den Tropen nur schlecht wachsen, werden in dieser Region von Brasilianern italienischer und mitteleuropäischer Abstammung angebaut. Zu diesen Feldfrüchten zählen Roggen, Hafer, Gerste, Kartoffeln, Erbsen und auch Weintrauben. Das Land war früher einmal von Wäldern aus Paraná-Kiefern bedeckt, doch diese wurden weiträumig vernichtet, um Farmland zu gewinnen und Nutzholz, Sperrholz sowie Nachschub für die Papiermühlen zu erhalten. Abgesehen von der Landspitze, die sich vom Süden die Küste entlang und nach Amazonien erstreckt und regelmäßige, ausreichende Niederschläge erhält, leidet das Landesinnere Brasiliens die meiste Zeit des Jahres an Dürreperioden. Die Gesamtniederschlagsmenge reicht im Jahr von 165 cm auf dem Zentralplateau bis 84 cm im Nordosten Brasiliens. 80 Prozent des Regens fallen jedoch auf dem Plateau innerhalb von fünf Monaten, zwischen November und März, wo sich die Trockenzeit von Mai bis August hinzieht, und im Nordosten von Januar bis Mai, mit den vier trockensten Monaten August bis November. In den trockenen Monaten fallen in diesen Regionen im Winter etwa 2,5 cm Niederschlag. Doch der Regen ist im Nordosten nicht nur zu gering, sondern auch unzuverlässig, was zu Dürreperioden führt, die die Bauern von ihrem Land in die überfüllten Städte treiben. Die langen und schweren Trockenzeiten im Landesinneren Brasiliens spiegeln sich in der Vegetation von Grasbüscheln und kleinen Büschen wieder. Im ariden Nordosten wachsen vereinzelte Kakteen, und die Büsche haben Dornen anstelle von Blättern. Viehzucht wird fast im gesamten Nordosten betrieben, obwohl auch kleine Farmen, die häufig dicht beieinander liegen, in den Talsohlen angesiedelt sind. In ihrem natürlichen Zustand sind die Täler mit tropischen Wäldern oder Palmenhainen bewachsen. Dies ist auch die Heimat der Onça, einer Leopardenart, die Hirsche und Rinder aus dem Buschland reißt. Andere Tiere des Busches sind Rennkuckucke, straußenähnliche Nandus und verschiedene Raubvögel, sowie Gürteltiere, Leguane und Klapperschlangen.
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